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Kinder-und Tierschutz

Kindesmisshandlungen 2022

Kindesmisshandlung in Deutschland (nach § 225 StGB)

Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet für das Jahr 2022 - 3.516 Fälle von Kindesmiss-
handlung – und damit nahezu so viele Fälle wie im Jahr zuvor (2021: 3.599 Fälle). 

Insgesamt gab es 4.376 Opfer, 56,5 Prozent davon waren männlich, 43,5 Prozent weiblich. Die Aufklärungsquote lag bei 96,9 Prozent. Die Zahlen beziehen sich jedoch nur auf die der Polizei bekannt gewordenen Fälle. 

Bei Kindesmisshandlung muss von einer hohen Dunkelziffer nicht angezeigter Straftaten ausgegangen werden, da die Taten in erster Linie im familiären Umfeld verübt werden und hier die Hemmschwelle, andere um Hilfe zu bitten oder eine Anzeige zu erstatten besonders hoch ist.

Charakteristisch ist bei diesen Straftaten auch, dass gerade junge Opfer aus Scham schweigen.


Erklärung zum Unterschied zwischen den Fall- und Opferzahlen: 

Die Fallzahlen können nichtmit den Opferzahlen verglichen werden. Oft können einem Fall mehrere Betroffene/Opfer zugerechnet werden.


In den meisten Fällen kannten sich Opfer und Täter: Von den im Jahr 2022 erfassten Kindes-
misshandlungs-Opfern waren 3.633 mit dem/der Tatverdächtigen verwandt, 108 waren mit
dem/der Tatverdächtigen befreundet oder bekannt. 451 hatten mit dem/der Tatverdächtigen eine formelle soziale Beziehung in Institutionen, Organisationen und Gruppen. 79 hatten mit dem/der Tatverdächtigen keine (Vor-)Beziehung, bei 105 ist die Beziehung ungeklärt.


Gefährdung der Opfer bis unter 14 Jahren (Opfer pro 100.000)

Die Opfergefährdungszahl (OGZ) ist die Zahl der Opfer bezogen auf 100.000 Einwohner des
entsprechenden Bevölkerungsanteils. Die Entwicklung der OGZ gibt einen Anhaltspunkt über
den Gefährdungsgrad von Kindern, Opfer einer Misshandlung zu werden. 2022 wurden
durchschnittlich 40,3 Kinder unter 14 Jahren bezogen auf jeweils 100.000 Kinder Opfer einer
Misshandlung.
Insgesamt wurden 3.682 Tatverdächtige erfasst. Als Täter von Kindesmisshandlung traten
Männer etwas häufiger als Frauen in Erscheinung (54,2 Prozent männliche und 45,8 Prozent
weibliche Tatverdächtige). Die Täterinnen und Täter entstammen aus allen sozialen Milieus.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2022, Bundeskriminalamt



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